Wir müssen Zuckerdetektive werden

Beim Einkaufen im Supermarkt beobachte ich gerne das Konsumverhalten. Heute stand ich in der Warteschlange hinter einer 4-köpfige Familie, zwei kleine Buben (etwa 2 und 5) mit ihren jungen, übergewichtigen Eltern.

Gummibären, die absolute Zuckerbombe

Der Inhalt ihres Einkaufswagen: drei Sechserpacks mit 1,5l Flaschen Limo und Cola, mindestens 6 Tüten Chips, Flips und andere Kräcker. Zahlreiche Tüten Gummibärchen, Schokoriegel und Kekse. 3 Tüten mit jeweils 7 Brötchen, 2 Baguettes, 3 Toastbrote. Einen ganzen Stapel mit Wurst- und Fleisch-Packungen, 2 Salatköpfe, eine Tüte Bohnen, ein Glas Oliven, zwei Netze Orangen und ein Netz Zitronen. Ganz zum Schuss lag auf dem Fließband noch eine Packung mit Damenunterwäsche. Es handelte sich um ein schlankmachendes Top mit Spitze, sogenannte Shape-wear. Beim Ausgang benötigte der Mann noch einen Kaffee-to-go. Allerdings frage ich mich, wo da der Genuss des Kaffees bleibt, wenn man einen komplett beladenen Einkaufswagen im Auto verstauen und gleichzeitig zwei unruhige Kinder bändigen muss. Die Frau packte ein, der Mann trank seinen Kaffee und hielt die Kinder in Schach .

Am einfachsten ist es diese Dickmacher und zuckerhaltigen Getränke nicht zu kaufen. Sind diese Dickmacher erstmal zu Hause, werden sie natürlich gegessen und getrunken. Wir müssen uns beim Einkaufen konzentrieren, indem wir den ganzen Süßkram wie Kekse, Gummibärchen, Schokoriegel, aber auch Knabberzeug wie Chips, Erdnüsse und Kräcker und Softdrinks einfach im Laden liegen lassen. Es fällt mir am leichtesten, wenn ich mir bewusst mache, dass diese industriell hergestellten Erzeugnisse von der mächtigen Lebensmittelindustrie produziert werden nur damit wir sie kaufen. Die Nahrungsmittelindustrie ist so mächtig und macht ein Milliardengeschäft auf Kosten unserer Gesundheit und vor allem der Gesundheit unserer Kinder. Die Zuckerlobby ist eine Katastrophe, dieses Problem wird die größte Herausforderung für unser Gesundheitssystem – gleich nach Corona – werden, denn die Kinder werden immer dicker, Diabetes Typ 2 und Fettleber kommen bereits bei 10 Jährigen vor. Die Politik unternimmt nichts, denn die Nahrungsmittelindustrie muss brummen. Das Milliardengeschäft bringt Steuereinnahmen und leider muss die Fettleibigkeit unserer Kinder in Kauf genommen werden. Die Politik verweist auf Eigenverantwortung der Konsumenten.

Wenn ich mir den Einkaufswagen der oben erwähnten Familie anschaue, könnte ich schreien, denn diese Familie weiß eigentlich, was man essen sollte, aber sie erliegt den Versuchungen, die überall lauern und Kinder und Jugendliche besonders ansprechen: Zucker, zuckerhaltige Getränke und viel zu viel Fleisch- und Weißmehlprodukte. Noch sind die Kinder jung und schlank, aber auf Dauer werden sie das bei dieser Ernährung nicht bleiben. Das Schicksal mit Übergewicht ist vorgezeichnet. Die Frau leidet bereits unter ihrem Übergewicht, sonst hätte sich nicht ein „Bauch-weg-Top“ gekauft.

Von solchen Einkäufen profitieren nur die Nahrungsmittelkonzerne und Supermarktketten, es rollt ein immer größer werdendes Problem auf unser Gesundheitssystem zu, das schleichend Menschenleben kostet.

Und nochmal (siehe „Thrombose kann jeden treffen“): Nur 4 Vorerkrankungen sorgen für zwei Drittel der schweren Verläufe bei einer Covid19-Infektion.

Diese sind Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes und Herzinsuffizienz. 30% der schweren Coronaverläufe hängen mit Adipositas, 26% mit Bluthochdruck, 21% mit Diabetes und 12% mit Herzinsuffizienz zusammen. In Kombination ergibt das laut einer Modellberechnung der Forscher:innen 64% schwere Verläufe, die verhindert werden hätten können.

Es bleibt uns nichts anderes übrig, als bei Einkaufen genau hinzusehen, wir müssen Zuckerdetektive werden. Es ist immer besser industriell verarbeitete Produkte liegen zu lassen und die Mahlzeiten selbst zuzubereiten. Soviel Zucker kann man in eine selbst zubereitete Süßspeise gar nicht geben, wie in industriell produzierten Produkten enthalten ist.

Es lohnt sich, die Zuckerquellen aufzuspüren, Risikofaktoren zu reduzieren und mehr Lebensenergie zu gewinnen und bitte trinkt keine Softdrinks.

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